BenefitYoga®
Yoga-Therapie allopathisch oder ganzheitlich?
von Dr Daya Mullins, aus: Yoga aktuell, Heft 20
Yoga ist von Natur her ganzheitlich, wir sehen jedoch, wie die allopathische
Denkweise mehr und mehr Einfluss auf den Umgang mit Yoga nimmt. Yoga für dies
und Yoga für das....Es ist nicht einfach, ganzheitlich zu denken, zu fühlen und
zu handeln. Was in diesem Prozess klar wird: dass wir als Europäer eher eine
allopathische Denkweise haben und Symptom orientiert arbeiten, und dass diese
Denk- und Handlungsweise zurückwirkt auf das Ursprungsland des Yoga, in dem der
westliche Ansatz zunehmend übernommen wird.
Die moderne Wissenschaft sucht im Außen nach messbaren Beobachtungen und
Daten als Fundament für ihr Wissen. In der Tradition dieser Wissenschaft war
es bisher nicht üblich, sogenannte Subjektivität als Teil des
Evaluierungsprozesses zu berücksichtigen. Die Yogis haben seit Jahrhunderten
nach innen geschaut, um ein Verständnis für ihren Körper und ihren Geist zu
erlangen. Diese Form der Methodologie ist nicht als unwissenschaftlich zu
bewerten und erlangt zunehmend Bedeutung in der modernen
Forschung/Wissenschaft. Heute wissen wir, dass das Gehirn ständig
Botschaften von allen Teilen des Körpers empfängt und dass wir uns unseres
körperlichen und geistigen Zustandes bewusst werden können. Diese inneren
Informationen können als Beobachtung ohne weiteres als wissenschaftliche
Grundlage der modernen Physiologie genutzt werden.
Bei beiden Arten der Herangehensweise sind unterschiedliche Fähigkeiten
notwendig, um die inneren und äußeren Beobachtungen nutzbar zu machen. Im
Yoga ist es wichtig, die Fähigkeit zu verfeinern, innere Zustände wertfrei
und mit äußerster Klarheit zu beobachten - unabhängig von sich verändernden
inneren und äußeren Umständen.
Die meisten gesundheitsorientierten Übungsprogramme beziehen sich
ausschließlich auf den Körper und lassen außer acht, dass Körper und Geist
sich gegenseitig stark beeinflussen. Yoga ist eine der wenigen
Herangehensweisen, die wirklich ganzheitlich genannt und entsprechend
angewandt werden kann oder, anders gesagt, eine Wirkung auf alle Ebenen des
Menschen erzielt.
Die ganzheitliche Arbeit mit Yoga und Heilung besteht aus dem Bauen von
Brücken zwischen verschiedenen Bewusstseinsebenen, verschiedenen
Bedürfnissen und verschiedenen Nahrungsformen der unterschiedlichen Ebenen
des Menschen - mit dem Ziel der Reintegration und der Einheit. Der Körper
ist so gebaut, dass er sich selbst heilen und reparieren kann, wenn wir ihm
die richtigen Bedingungen zur Verfügung stellen. Dies schließt jedoch nicht
aus, dass wir professionelle naturheilkundliche, medizinische und
psychologische Hilfe in Anspruch nehmen, wenn es angebracht ist.
Zur Zeit gibt es auch außerhalb von "Yoga-Kreisen" viel Interesse an
Yoga-Therapie und Yoga-Forschung. Verschiedene Studien belegen den
weitreichenden Nutzen von Yoga vor allem in bezug auf Stress bedingte
Krankheiten und darauf, wie Yoga bei dem Gesundungs- und Heilungsprozess
helfen kann. Das positive Feedback über die wohltuenden, sowohl die
vorbeugenden als auch die heilenden und entspannenden Wirkungen des Yoga
kann uns nur immer wieder in unserer Arbeit als Yogalehrer bestätigen.
Im Rahmen eines offenen Yogakurses ist eine tiefergehende therapeutische
Berücksichtigung individueller Krankheitsbilder sicher nicht möglich. Im
Laufe der Jahre - es sind jetzt ungefähr 35 Jahre - habe ich Yoga in seinen
vielen Variationen erforscht. Yoga war eine große therapeutische Hilfe für
die unterschiedlichen Krankheiten, denen ich bei mir persönlich oder bei
Schülern/ Klienten begegnet bin. Wir als Team haben im Gesundheitszentrum
Weg der Mitte in diesen Jahren viele Yoga-Gesundheitsprogramme entwickelt,
erforscht und sie den individuellen Bedürfnissen der Menschen angepasst.
Tausende von Menschen haben mit Hilfe unserer Programme physische,
emotionale und geistige Probleme erfolgreich gelöst. So entwickelte sich im
Laufe der Jahre unser Ansatz, den wir BenefitYoga® genannt haben, und die
PEP-Gruppen (Patient Education Programs).
BenefitYoga® als ganzheitlicher Gesundheitsansatz und Methode
berücksichtigt die gesamte Struktur des Menschen und macht gleichzeitig
einen individuellen Ansatz für ganz unterschiedliche Bedürfnisse und
Indikationen möglich. Es geht nicht darum, ein Symptom, z.B. nur den Rücken
zu behandeln, sondern um den ganzen Menschen. Der Mensch mit seinem ganzen
Sein steht im Mittelpunkt, mit seiner körperlichen, emotionalen,
intellektuellen und seelisch-geistigen Ebene. Der Alltag, das soziale
Umfeld, das Beziehungs- und Arbeitsgeflecht, die alltäglichen Gewohnheiten
spielen jedoch ebenso eine Rolle. In diesem Ansatz ist die Entspannung von
herausragender Bedeutung, um der Energie, die aktiviert wurde, zu erlauben
zu fließen und sich richtig zu "setzen", so dass die größtmögliche Heilung
geschehen kann.
Die meisten Menschen tendieren dazu, Spannungsmuster aufrechtzuerhalten,
die durch die täglichen Sorgen und Aufgaben entstehen. Sie haben vielleicht
eine schlechte Körperhaltung, sind eher bequem und vernachlässigen den
Körper, und/oder sie zeigen Anzeichen von Verwirrung, Aggression, Sturheit
usw. Diese Muster bewirken, dass wir uns steif fühlen, immer unbeweglicher
und eingeschränkter in den Bewegungen werden. Diese Inflexibilität zeigt
sich auch auf der Ebene der Persönlichkeit z.B. in einer geistigen
Unbeweglichkeit, einem Feststecken in Gedanken und einer Unfähigkeit, sich
klar mitzuteilen aufgrund von emotionalem Druck - so dass nur eine begrenzte
Spanne von Aktion/ Reaktion vorhanden ist.
Nachfolgend ein Fallbeispiel, um die Arbeitsund Wirkungsweise im
BenefitYoga® zu verdeutlichen. Grundvoraussetzung ist es, einen ruhigen,
angenehmen Raum zu schaffen und sich selbst genug Zeit zu geben, die
Yogatherapie-Stunde ohne Druck und Unterbrechung durchzuführen. Die
yogatherapeutischen Anleitungen sind einfach und klar, so dass sie von den
Klienten Zuhause ohne Schwierigkeiten ausgeführt werden können:
Rebecca Müller, 29 Jahre alt, ledig und alleinlebend, Kauffrau (Namen und
Daten in den Fallbeispielen sind fiktiv): Rebecca war Yogaschülerin in einem
Kurs und wollte Einzelstunden haben, um ihre Asana-Praxis zu intensivieren.
In diesem Fall schien eine klare Zielsetzung auf der körperlichen Ebene
vorzuliegen. Im weiteren Verlauf ergaben sich Gespräche, in denen
Leistungsdruck als Lebensproblematik auftauchte. Dieses Leistungsbewusstsein
schränkte sie in allen Bereichen ihres Lebens ein, bereitete ihr enormen
Stress, der auf der Oberfläche nicht sichtbar wurde. Sie hatte sich gut im
Griff, aber sie litt unter massiven Verdauungsproblemen.
Nachdem durch ihren Arzt abgeklärt war, dass für die Verdauungsproblematik
kein Befund vorlag, lag es nahe, einen Zusammenhang zwischen dem
Leistungsdruck und den körperlichen Symptomen anzunehmen.
Rebecca entschied sich dafür, aus den Einzelstunden Yoga-Therapiestunden zu
machen, mit dem Ziel, an ihren Lebensthemen zu arbeiten und eventuell auch
Änderungen in ihrem Leben vorzunehmen.
Da Veränderung mit der Fähigkeit zur bewussten Eigenwahrnehmung beginnt,
betraf der erste Schritt die Beobachtungsschulung und das Asana-Programm.
Durch sanfte Karanas (Bewegungsabfolgen) in der Verbindung zur Atmung und
tiefere Möglichkeiten der Entspannung wurde das tägliche Übungsprogramm zu
einem "Gesundheitsbaustein" - einer Hilfe zur Selbsthilfe für die Klientin.
Die zweite Änderung betraf die Ernährung und das genauere Beobachten, was
den Körper stärkte und was die Lebensenergie schwächte. Daraus entstand ein
ganz neuer Ernährungsansatz, basierend auf ihren eigenen Erfahrungen. Die
eigenen Erfahrungen sind sehr wichtig, um den Erfolg einer Behandlung
langfristig zu gewährleisten. Es wird kein Konzept vorgegeben, wie die
"richtige" Ernährung aussehen soll. Ihr neuer Ernährungsplan wurde noch
durch eine ayurvedische Dosha-Diagnose bestätigt. Damit Hand in Hand ging
die Überprüfung des Lebensrhythmus: sind im Tagesablauf Pausen, ist genug
Zeit für entspanntes Essen, wie viel Zeit am Tag ist mit Tätigkeiten, die
Anspannung hervorrufen, ausgefüllt - und warum rufen überhaupt bestimmte
Tätigkeiten Anspannung hervor? Wie viel Zeit wird erlaubt für Regeneration -
wie sieht die Regeneration aus? Dies sind einige Fragestellungen, die sich
im Laufe der Yoga-Therapie ergaben.
Immer wiederkehrendes Element in den BenefitYogastunden waren Gespräche, die
eine Grundlage für die Klientin bildeten, um besser verstehen zu können, in
welchem Prozess sie sich befand und um verschiedene yogische Ansätze zu
ihrer eigenen Reflektion an die Hand zu bekommen. Zu Anfang eines Prozesses
haben wir bestimmte Ich-Bilder - Ideen, wer wir sind. Die Veränderungen, die
ein Prozess mit sich bringt, erfordern dann von uns, dass wir auch lernen,
diese neuen veränderten Ich-Bilder zu integrieren. Jede Haltung, die wir
einnehmen, und jedes äußerliche und innerliche Bild, das wir von uns und
unserer Umgebung haben, ist mit bestimmten Gefühlen verknüpft und so mit
einem bestimmten dazugehörigen Atmungsverlauf.
Die Klientin war über einen Zeitraum von mehreren Monaten in Yoga-Therapie.
Sie beobachtete, dass zu Anfang, wenn sie wieder in ihr altes Muster fiel
und das Leistungsbewusstsein die Oberhand gewann, ihr Körper sofort mit den
bekannten Symptomen reagierte. Es wurde deutlich, dass ein Zusammenhang
besteht in der Art, wie ein Mensch sich bewegt, zu dem, was ihn bewegt. In
Zeiten, in denen sie konsequent die Diät, die Entspannungsübungen und die
Asanas in Verbindung mit dem bewusster werdenden Atemrhythmus anwandte,
gingen ihre Verdauungsprobleme zurück und der innere Leistungsdruck löste
sich allmählich. Die Klientin lernte, ihre Leistungsfähigkeit genau
einzuschätzen. So lernte sie auch, ihren Körper als Freund zu betrachten,
der Hilfssignale gab, wenn er überfordert war oder seine Bedürfnisse nicht
erkannt oder respektiert wurden.
Ein zentraler Punkt in der BenefitYoga® Praxis ist Aufmerksamkeit und
Konzentration. Durch die Praxis erhöht sich die Selbst-Bewusstheit. Wir
beginnen mit erhöhter Aufmerksamkeit für unsere Bewegungsmuster, dann werden
wir uns unserer Gewohnheiten und geistigen Haltungen bewusster. Damit einher
geht eine Verminderung von unnötiger Belastung und Stress, was uns wiederum
in unserem fortgesetzten Bemühen um sinnvolle Ausrichtung hilft.
Wir können unsere eigene physische Gesundheit und unser Wohlbefinden
jederzeit fördern und gleich jetzt mit einfachen Schritten anfangen:
Beobachten Sie bitte Ihren Atem, wie er ganz leicht in die Nase einströmt
und wieder ausströmt. Beobachten, Sie, wie die Luft kühl einströmt und
wärmer wieder ausströmt. Machen Sie das ein paar Atemzüge lang, und richten
Sie dann Ihre Aufmerksamkeit auf Ihre Wirbelsäule und erlauben Sie, dass die
Wirbelsäule sich von unten nach oben gerade ausrichtet. Lassen Sie Ihr Kinn
leicht nach unten und innen sinken, während Sie Ihre Schultern entspannen
und ganz leicht das Brustbein heben. Ganz einfach, oder?
Das ist alles, was nötig ist, um sich wieder mit dem Körper zu verbinden und
die geistigen und emotionalen Aktivitäten daran auszurichten.
Der Prozess geht weiter, indem wir die Stabilität und die Entwicklung von
harmonischer Ausrichtung tiefer erforschen. Wir fokussieren uns auf die
hauptsächlichen Muskelgruppen und bekommen eine gute Kontrolle über die
haltungsrelevanten Muskeln. Wenn wir unseren Körper auf diese Weise
erforschen, können wir beispielsweise bemerken, dass die tiefen Bauchmuskeln
essentiell sind, um unser Becken in der richtigen Neigung zu halten. Diese
Muskeln werden in praktisch allen Asanas benutzt. Ein anderer Aspekt, an dem
wir intensiv arbeiten, ist die Verbesserung der Flexibilität und das
Bewusstsein in bestimmten Muskeln, z.B. im M. Pectoralis, in Zusammenhang
mit erhöhten oder herabfallenden Schultern: wenn der M. Pectoralis verkürzt
ist, müsste er eigentlich gedehnt und die gegenüberliegende Muskelgruppe
gestärkt werden. Das sind in diesem Fall die unteren Fasern des M.
Trapezius. Das hat eine bestimmte Logik, wenn wir von außen gucken. Wir
möchten jedoch von innen durch natürliche, körpereigene Kraft die Wandlung
in Gang setzen. Wir kommen also nicht daran vorbei zu erkunden, was diese
Haltung beinhaltet und aussagt. Unser Körper spricht. Verstehen wir seine
Sprache?
Die Heilung geht von innen nach außen. Es nützt nichts, dem Körper mentale
Ideen von "richtig" und "falsch" überzustülpen. Wenn wir ein Gefühl von
innerer Stärke, von Mut kultivieren möchten, können wir natürlich den
"Helden" erforschen. Dieses Asana hilft uns auch, den M. Quadrizeps und den
M. Glutaeus Medius zu stärken und Knieprobleme zu lösen. Es ist jedoch die
Energie hinter der Haltung, zu der wir Kontakt aufnehmen möchten und die
dieses Gefühl in uns entstehen lassen kann: was bedeutet Mut wirklich auf
der körperlichen, emotionalen und mentalen Ebene - welche hinführenden
Schritte sind notwendig, wenn ein Mensch z.B. an Angstzuständen leidet?
Diese Person einfach in den "Helden" zu "stellen", geht an der Problematik
vorbei. Eine Leitlinie in den BenefitYoga-Stunden besteht in einer Arbeit,
die vom Verständnis der Koshas als Grundlage für den Heilungsprozess
ausgeht. Das Modell der Koshas kann als das Ordnungsprinzip im BenefitYoga®
betrachtet werden, weil es alle Ebenen der menschlichen Realität und
Erfahrung umfasst. Hier wird offensichtlich, dass keine Heilung stattfinden
kann ohne eine lebendige Herzenskraft. Wenn wir zum Beispiel unsere
Herzenskraft einsetzen, dann stimulieren wir das Immunsystem und werden
dadurch fähig, Krankheiten besser zu widerstehen. Die Yogaschriften besagen,
dass Gesundheitszustand und Wohlgefühl von der gleichen Energie und von der
gleichen Quelle gespeist werden wie der Kern der Schöpfung. Wenn wir ein
glückliches und erfülltes Leben im Einklang mit der Umgebung gestalten,
haben wir unsere Herzenskraft physisch und emotional in Bewegung gebracht,
wir sind zufriedener und friedvoller. Samtosha und Ahimsa sind gestärkt
worden. Der Sitz unseres Immunsystems, die Thymusdrüse, sitzt ganz nah am
physischen Herzen unter dem Brustbein und wird direkt von der
Energiefluktuation des Herzchakras beeinflusst. Wenn wir uns auf eine
Heilungsreise begeben und anfangen, uns um das Herz und
Herzensangelegenheiten zu kümmern, dann stimulieren wir durch das Herz
energetisch die Thymusdrüse und vertiefen damit den Heilungsprozess.
Yoga-Therapie kann uns bei einer Reihe nicht nur medizinischer Umstände eine
große Hilfe sein - denn sie fordert uns auf, objektiver zu schauen. Die
diversen Mittel dienen uns, effektiver mit Anspannung in Körper und Geist
umzugehen, um besser wieder aufzuladen. Durch die Praxis kommen wir zu
ruhigen und zentrierten Handlungen und damit zu einer Befreiung von mentaler
Müdigkeit. Wir haben hier also eine wirkungsvolle Methode zur Hand, sowohl
für die Gesundheitserhaltung, die Stressbewältigung als auch für
psychosomatisch bedingte Beschwerden/Herausforderungen. Die
Klienten/Patienten kommen vielleicht, um ein bestimmtes Problem gelöst zu
bekommen, aber sie erfahren einen Nutzen auf vielen anderen Ebenen zugleich
und werden individuell und persönlich begleitet. Neben dem physischen Nutzen
erlauben Yoga und Yoga-Therapie, wenn sie regelmäßig praktiziert werden, ein
Gefühl von großer innerer Stärke, Flexibilität und Aufrichtung. Wir werden
uns der Gedankenmuster bewusst, die unsere Bemühungen behindern, etwas für
unsere Gesundheit zu tun und die uns Schmerzen bereiten. Wir nehmen dadurch
die Strategien wahr, die uns davon abhalten, ein so erfülltes/erfühltes
Leben wie möglich zu führen. Durch unsere Praxis werden wir uns der tiefer
liegenden Schichten unseres Geistes gewahr, vielleicht werden ein niedriges
Selbstwertgefühl, inneres Werten, eine Angst vor dem Leben und andere
emotionale Zustände deutlich. Mit diesen Aspekten müssen wir lernen
umzugehen und sie umzuwandeln, wenn wir wirklich unsere Lebenskraft
entwickeln und fähig sein wollen, aufrecht zu stehen und aufrichtig zu sein.
Die gesunden Anteile in den Menschen gilt es natürlich wahrzunehmen und zu
bestärken. Es sind tiefere Ebenen, die hier in BenefitYoga® angesprochen
werden. Es ist nicht das "Auswendiglernen" eines Asana, der äußeren Form.
Jede Stunde, ob in Einzelunterricht oder in kleinen Gruppen, ist auch eine
Forschungsstunde, in der wir die inneren Bewegungen zu erkennen versuchen,
und, was auch wichtig ist, welche inneren Bedingungen notwendig sind, damit
eine Bewegung im Äußeren stattfinden kann. Dies erfahren wir durch unser
inneres Herantasten und Fühlen, in dem wir das Innere begehen, ihm begegnen.
Es ist eine organische Selbstregulierung, die innere Intelligenz, die
stimuliert wird, so dass wir im Stande sind, zunehmend ganzheitlicher zu
agieren. Nach der Bhagavadgita ist Yoga "fähiges Handeln" (skill in action),
d.h. fähiges Handeln in allen Taten und Bereichen unseres Lebens.
Yoga-Therapie funktioniert im Sinne der grundlegenden Prinzipien und Ziele
des Yoga, aber sie ist in der gegenwärtigen Definition und Form auch eine
neuzeitliche Disziplin, um unsere natürlichen Ressourcen zu wecken und um
unsere ganz natürlichen Funktionen wiederherzustellen - eine ganzheitliche
Reintegration. Hier kommt der multidimensionale Ansatz von BenefitYoga® zum
Tragen, der die ganzheitliche Herangehensweise betont. Das entspricht der
Natur des Yoga und ist nicht zu vergleichen mit einer allopathischen
Herangehensweise an Yoga. Leichtes und schrittweises Lernen ist die tägliche
Herausforderung. Wichtig ist, wie und wohin der Mensch gehen will. |